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IG Metall-Studie: Junge Generation wird ausgebremst - Normalarbeitsverhältnis auf dem Rückzug

Die IG Metall hat vor der fatalen gesellschaftlichen Entwicklung für die junge Generation gewarnt. Eine im März 2009 von TNS Infratest Politikforschung im Auftrag der IG Metall durchgeführte, repräsentative Studie belegt, dass Praktika, Leiharbeit, Zeitarbeit und befristete Jobs immer mehr die Arbeitswelt und die Lebenserfahrung von jungen Arbeitnehmern prägen. „Das Normalarbeitsverhältnis ist auf dem Rückzug. Über 30 Prozent der Erwerbstätigen unter 35 Jahren arbeiten in prekären Arbeitsverhältnissen. Bei Berufseinsteigern unter 24 Jahren sind sogar vier von zehn in befristeter Beschäftigung", sagte der zweite Vorsitzende, Detlef Wetzel,  bei der Vorstellung der Studie in Berlin.

Wir haben Forderungen entwickelt: Sechs Einwürfe zur Situation der jungen Generation. Die findet ihr HIER!

Die junge Generation sei zwar motiviert, werde aber durch ihre Arbeits- und Lebensbedingungen ausgebremst. In der aktuellen Krise zeichne sich bereits jetzt eine überproportionale Betroffenheit der Jungen ab. Nach den Ergebnissen der Studie verlieren junge Arbeitnehmer sechsmal häufiger ihren Arbeitsplatz als ältere (über 35jährige). Fast vier von zehn jungen Erwerbstätigen (37 Prozent) haben in ihrem bisherigen Berufsleben den Arbeitsplatz ungewollt gewechselt und jeder dritte (32 Prozent) war bereits mehr als sechs Monate arbeitslos.

Nur ein Viertel der unter 35jährigen glaubt, dass es ihnen besser gehen wird als ihren Eltern. Und bei der älteren Generation ist diese Skepsis sogar noch größer, nur sechs Prozent erwarten eine bessere Zukunft für die Jugend. Die Erhebung belege, dass bereits die Schul- sowie die Berufsausbildung die Prekarisierung vorbestimme. Besonders deutlich werde, dass vor allem Hauptschüler geringe Chancen haben, der Falle Prekariat zu entfliehen. Große soziale Unterschiede und strukturelle Ungerechtigkeiten prägten zunehmend die Gesellschaft.

„Die Diagnose ist ernüchternd: Unsere Gesellschaft hat ihren Zukunftsoptimismus verloren. Das ist kein Ausdruck von Wehleidigkeit oder emotionalem Pessimismus, sondern Ergebnis realer gesellschaftlicher Entwicklungen", sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Berthold  Huber. Er bezeichnete die Umfrageergebnisse als Warnsignal.

„Die IG Metall macht die Lebens- und Arbeitsbedingungen der jungen Beschäftigten auf betrieblicher und gesellschaftlicher Ebene zum Topthema. Eine Gesellschaft, die die Entfaltungsmöglichkeiten und Perspektiven ihrer jungen Generation stiefmütterlich behandelt, gefährdet die Zukunftsfähigkeit der gesamten Gesellschaft."

Huber forderte zur Umkehr auf: "Es muss Schluss sein mit der Generation Praktikum, Schluss mit der Generation Leiharbeit, Schluss mit der Generation Befristung." Junge Menschen hätten das Recht auf reguläre Arbeit. Es müsse für Eltern wieder zu einer Selbstverständlichkeit werden, sagen zu können: „Unseren Kindern wird es einmal besser gehen."

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 27. April 2009 um 13:08 Uhr