Die derzeitige Wirtschafts- und Finanzmarktkrise hat zweifelsohne Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik. Häufig sind dabei junge Menschen betroffen und besonders an sogenannten Übergängen von Erwerbslosigkeit bedroht. Dies gilt offensichtlich zunehmend auch für den Übergang von der Ausbildung zur regulären Erwerbsarbeit.
Zu diesem Ergebnis kommt die DGB-Jugend nach einer Befragung von Auszubildenden in ihrem jeweils letzten Ausbildungsjahr. 1.957 junge Menschen aus drei westdeutschen Bundesländern und einem ostdeutschen Bundesland (Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern) gaben im Oktober 2009 Auskunft, ob sie bereits Kenntnis darüber haben, wie es für sie nach der Ausbildung beruflich weitergehen wird. Dabei spiegeln die vier Bundesländer mit ihrer regionalen Vielfalt durchaus das wirtschaftliche und sozialstrukturelle Gefüge der Bundesrepublik wider.
Das zentrale Ergebnis der Befragung lautet: nur etwas mehr als ein Drittel der befragten Auszubildenden hat im letzten Jahr vor dem Ende der Ausbildung bereits eine sichere Perspektive im Ausbildungsbetrieb über die Ausbildungszeit hinaus. Etwa jede/r vierte befragte Auszubildende hingegen weiß schon heute sicher, dass er oder sie nach der Ausbildung nicht übernommen wird. Hinzu kommen weitere 40 Prozent, die teilweise auch kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung noch keinerlei Info darüber haben, ob ihnen eine Weiterbeschäftigung nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung angeboten werden wird.
Doch selbst wenn junge Menschen nach ihrer Ausbildung übernommen werden, erfolgt dies häufig zunächst nur zeitlich befristet. Lediglich 38 Prozent der befragten Azubis, die bereits eine Übernahmezusage haben, werden in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Knapp ein weiteres Drittel dieser Azubis gab an, dass ihnen eine Übernahme für zwölf Monate angeboten wurde und 20 Prozent sollen nur für höchstens sechs Monate übernommen werden.
Dieses Ergebnis bestätigt die Tendenz, dass gerade junge Menschen zunehmend von atypischer Beschäftigung betroffen sind. Schon in ihrer Sonderauswertung des DGB-Index ‚Gute Arbeit’ im Jahr 2008 hatte die DGB-Jugend kritisiert, dass 26 Prozent der jungen Beschäftigten unter 30 Jahren in zeitlich befristeten Beschäftigungsverhältnissen arbeiten müssen.
Hinterfragt wurde in diesem Kontext auch, welche Perspektiven diejenigen Auszubildenden gegebenenfalls haben, die nach ihrer Ausbildung nicht von ihrem Betrieb übernommen werden. Hier zeigt sich, dass mit knapp zwei Drittel die jungen Menschen zu Zeitpunkt der Befragung keine Aussicht auf eine alternative Beschäftigung hatten. 22 Prozent können sich über die Zusage einer Beschäftigung nach erfolgreicher Abschlussprüfung bei einem anderen Betrieb freuen, sieben Prozent werden in der Zeit-/Leiharbeitsbranche unterkommen und sechs Prozent haben eine sonstige Alternative. Dazu zählen etwa die Aufnahme eines Studiums oder die Zeit des Wehr- oder Zivildienstes.
Die Ergebnisse der Befragung lassen aufhorchen. Grundsätzlich ist die Ausbildung für die Mehrheit der Betriebe eine lohnende Investition. Doch trotz der in sie getätigten Investitionen bleiben viele Auszubildende bis zum Schluss ihrer Ausbildung im Unklaren über ihre beruflichen Perspektiven im Ausbildungsbetrieb oder wissen bereits, dass es für sie nach der Ausbildung dort nicht weitergehen wird. Gleichzeitig jedoch klagen viele Unternehmen über Fachkräftemangel.
Hinzu kommt, dass Auszubildende, die schon während ihrer Ausbildung eine Zusage über eine Anschlussbeschäftigung haben, deutlich zufriedener mit ihrer Ausbildung sind. Dies hat zuletzt der Ausbildungsreport der DGB-Jugend 2009 gezeigt. Demnach zeigten sich 85 Prozent derjenigen Auszubildenden, die sicher wussten, dass sie nach der Ausbildung übernommen werden, mit ihrer Ausbildung ‚zufrieden’ oder gar ‚sehr zufrieden’. Stand hingegen bereits fest, dass Auszubildende nach der Abschlussprüfung keine Perspektive im Ausbildungsbetrieb haben, so waren diese nur zu rund 55 Prozent ‚zufrieden’ oder ‚sehr zufrieden’ mit ihrer Ausbildung.
Da Auszubildende nach ihrer Ausbildung häufig nur sehr begrenzten Anspruch auf Arbeitslosengeld nach SGB III (ALG I) haben, droht im Fall von Erwerbslosigkeit häufig der Weg in das steuerfinanzierte Fürsorgesystem Hartz IV nach SGB II (ALG II). Das beinhaltet ein enormes Erpressungspotential auch für auslernende Azubis. Denn junge Menschen, die ALG II empfangen, werden in prekäre Jobs gedrängt. Und wenn sie diese Jobs nicht annehmen, werden ihnen schwere Sanktionen auferlegt. Damit wird Angst bei den Betroffenen geschürt und der Dumpingwettbewerb um Entlohnung und Arbeitsbedingungen auf dem Arbeitsmarkt wird weiter verschärft.
Die Zunahme von prekärer Beschäftigung ist kein Zufall, sondern folgt aus der Politik der letzten Jahre, die sich die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes, den Abbau von Arbeitnehmerrechten und damit einer weiteren Flexibilisierung der Beschäftigungsverhältnisse als ein wichtiges Ziel gesetzt hat. Die Flexibilisierung führt dazu, dass es schwieriger bis unmöglich wird, das weitere Leben zu planen und ruft Ängste in Bezug auf das Alter und das gesamte Lebensgefühl der jungen Generation hervor.
Die Gewerkschaftsjugend fordert in diesem Kontext die unbefristete Übernahme in ein – sofern gewünscht – Vollzeitbeschäftigungsverhältn
Gesamte Studie und Präsentationen auf dgb-jugend.de
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